Ab ins Tradingscamp – Aus Fehlern lernt man

Vor einer Woche schrieb ich darüber, dass ich mit einem Echtgeldkonto begonnen habe. Mein Anfangskapital lag bei 300,00 €. Natürlich ist das in der Tradingszene nur ein kleines Übungskonto. Die Profis haben das hundertfache davon auf ihrem Traderkonto.

Es war eine sehr intensive Woche, in der ich jeden Tag nach Feierabend am Rechner saß und auf steigende und fallende Kurse gesetzt habe. Das Ergebnis ist: ich habe mein Konto von 300,00 auf 250,00 € runter gehandelt.

Ja es tut ein bisschen weh, denn dafür muss ich ein ganzen Tag schuften. Aber der Verlust ist weit weniger groß, als bei manch anderen ersten Gehversuchen, die ich so um mich herum mitbekommen habe.

Jedenfalls habe ich jetzt erst mal die Notbremse gezogen, um mich zu analysieren und zu reflektieren. Dazu muss ich das Konto auch nicht auf Null gehen lassen. Denn meine Fehler waren sehr eindeutig.

 

Falsche Intention

Ich wollte mit einem Echtgeldkonto direkt starten, nur weil ich ein bisschen Erfolg hatte auf dem Demokonto, dabei ist das gar nicht zu vergleichen. Mein Vorhaben war es damit direkt zu einem höheren monatlichem Einkommen zu gelangen, was den Druck auf einen Selbst erhöht. Bei jedem Verlust, fühlte ich mich überaus wütend und schlecht. Wenn man es direkt als Einkommen betrachtet, ohne es noch nicht mal zu beherrschen ist das eigentlich ziemlich dumm. Aber man erfährt manchmal erst später, was das innere unterbewusste für Absichten hatte. Das innere Kind wollte seine Bonbons.

Das Tradingkonto nicht als eigenständiges Unternehmen betrachtet

Ich habe die Gewinne und Verluste als direktes Teil meines Einkommens betrachtet. Dementsprechend habe ich sehr viele positive, wie negative Gefühle damit verknüpft.

Man muss das Tradingkonto, wie ein eigenständiges Unternehmen betrachten. Das Einzahlen, ist das eingebrachte Eigenkapital zur Gründung. Die Gewinne und Verluste, sind ein Teil des Unternehmensdasein und beide haben ihre Berechtigung. Im Trading muss man keine Miete zahlen, man muss keine Mitarbeiter bezahlen und man hat keine Material kosten. Dafür hat man ein gewisses Risiko die Trades zu vermasseln. Kein Unternehmen ohne Risiko. Kein Erfolg ohne Risiko.

Damit kann ich die verlorenen 50 € sehr gut verkraften. Wenn man mit dem Trading beginnt, hört man von vielen Quellen, dass es ein Beruf sei. Es hat genau so seine Ausbildungszeit, wie jeder andere Beruf und die ersten Erfolge, sind das Lehrgeld, welches man eben aufbringen muss.

Ich kann das ganze nur bestätigen. Durch den Verlust der 50 € habe ich mehr gelernt als in meiner ganzen Zeit mit dem Demokonto zusammen. Einfach weil die Emotionen so heftig hinzu kommen.

Und daraus entstand dann mein heftigster Fehler:

 

Starker Aktionismus

Ja ich habe viel davon gelesen und ich dachte:“ Mir passiert das nicht.“ Ist es aber und das ganz schnell. Wenn das eigene Geld in Gefahr ist, will man es zurückholen, egal was man davon gelesen und gehört hat. Ich habe gescalpt ohne Ende (Hin und Her macht Taschen leer) und habe am Schluss wahrscheinlich mehr Gebühren für die einzelnen Transaktionen dem Broker überlassen, als ich wirklich an Verlusten gemacht hatte.

Starker Aktionismus ist meiner Meinung nach ein Folgefehler, von nicht genug Standhaftigkeit in den eigenen Setups und der Tradingstrategie. Dadurch, dass ich von sovielen Coaches gelernt habe, haben sich die Strategien an der Front im gefecht durcheinander geworfen und ich bin planlos raus und rein.

Das wäre nicht passiert, wenn ich ein System gehabt hätte und genau das gilt es jetzt zu entwickeln.

Ein System, dass emotionslos und strukturell, das handeln für mich übernimmt und ich nicht in Aktionismus gerate.

 

Darum schicke ich mich jetzt erst mal selbst in das Tradingscamp.

Level 1 des Tradingscamps wird sein: 50 gewinnbringende Trends nach Markttechnik, auf dem Demokonto zu surfen und positiv zum Abschluss zu bringen.

 

Jetzt gilt es erst mal Selbstbewusstsein und das Vertrauen in den Markt aufzubauen. Strategien zu finden und gucken welcher Handelsstil mir am ehesten zu sagt.

Natürlich will man schnell Geld verdienen, aber man braucht erst mal eine Vernünftige Grundlage. Viele Trader wurden erst nach 5 Jahren richtig profitabel. Ich will es natürlich schneller schaffen. Und die Möglichkeiten sind groß, denn heutzutage hat man den Vorteil, dass man kostenlos von ihrem gesammelten Wissen profitieren kann. Auf Youtube findet man sehr viel Material um sich das Traden selbstbeibringen lassen zu können, ohne teure Seminare von mehreren tausend € buchen zu müssen, wie früher.

 

 

Was ich gut gemacht habe

Das muss man natürlich auch dazu sagen, war mein Money Management. Ich habe zu Anfang größere Positionen gestartet und nach dem ich gemerkt habe, das die Gewinne kleiner und die Verluste größer werden, entschied ich mich mit den Lotgrößen immer weiter runter zu gehen und den ersten großen Verlust als Erfahrung zu akzeptieren, aber sie möglichst auf die ganze Woche aus zu skalieren.

 

In diesem Sinne: Ab ins Bootcamp.

 

PS: Ich habe mir das Große Buch der Markttechnik geholt und werde erst mal ordentlich studieren, bevor ich mich wieder aufs Feld traue.

 

 

 

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