Digitale Nomaden erobern das Land

Was sich wie der der Titel eines Science-Fiction Films aus den guten alten 80er oder 90ern Jahre anhört, ist längst Realität. Aber dabei geht es nicht um eine Invasion von außerirdischen Kreaturen mit Tentakeln, sondern lediglich um kluge Menschen die im modernen Zeitgeist mitgewandert sind und sich den neuen digitalen Möglichkeiten angeschlossen haben.

 

Deutschland und seine Internetstars

Wie ich bereits in meinem Artikel Nebenjob: Blogger – Schreiben, bis das Geld reinkommt geschrieben habe, ist es in den USA schon relativ normal sich einen Blog zu erstellen und seinen Senf und seinen persönlichen Wert, in die Öffentlichkeit abzugeben und damit ein gewisses Einkommen zu generieren.

Doch auch Deutschland hinkt dem gar nicht so weit hinterher. So findet man auf YouTube Beispielsweise ein Haufen Beispiele von Selbstdarstellern, hauptsächlich im Fitnessbereich, aber auch im Koch-Sektor und in der Wissens-/Meinungsaufklärungsnische für Heranwachsende.

Hat man erstmal einen florierenden YouTube Kanal, kann man sich nach einiger Zeit auch über interessante Angebote von Produktherstellern freuen, die den Selbstdarsteller um einen Platz für ihr Produkt auf seinem Kanal bitten.

Um das am Beispiel von den Fitness-YouTubern mal fest zu machen: Sie geben ihre Fitnesstipps, an die nachkommende heranwachsende Generation weiter. Dabei geht es um spezielle minimale Technikverbesserungen, wie z.B. die Hantel richtig gehalten wird und in welchem Winkel man das Eisen durch die Luft bewegt. Dann geht es weiter mit Ernährungstipps und den unumgänglichen Nahrungsersatzpräparaten. Dazu kommen dann eigene Produkte wie Fan T-Shirts und Verlosungsaktionen für das Teilen und Verbreiten des Videos. Anschließend wird das ganze mit dem Einschnitt in das eigene private Leben kombiniert, um den Nacheiferungswunsch zu maximieren und die Zuschauer als Fans zu binden. Anschließend wird das ganze wiederholt und die Reichweite immer weiter erhöht. Je größer die Reichweite wird, desto eher interessieren sich Unternehmen und wenden sich mit echten Produkten an den YouTube Stars.

Natürlich bietet sich so ein Kanal mit einer großen Reichweite nicht nur für Produkte anderer Hersteller an, sondern auch vor allem auch für die eigenen Produkte.

Natürlich ist das Leben vor der Kamera nicht für jeden etwas. Nicht jeder Mensch möchte sich so der Öffentlichkeit preis geben. Aber da hat das Internet zum Glück weitere Möglichkeiten und bietet somit für jeden etwas.

 

Einen Internetshop leiten

Waren aus China importieren, durch eine Webseite vertreiben und verkaufen. Ganz easy geht das heutzutage auch mit Amazon, da braucht man nicht einmal eine eigene Webseite. Amazon kümmert sich auch um den Bestellvorgang, die Abwicklung, die Zustellung. Leider ist die Bandbreite mittlerweile auch ganz gut ausgeschöpft, man muss sich eine gute Nische finden. Gut im Sinne von es gibt Interessenten und Käufer, aber gleichzeitig ist die Nische auch nicht zu überlaufen.

 

Online Dienstleister werden

Webseitengestalter, Texter, Programmierer, Unternehmensberater, Administratoren oder Manager. Projektmitarbeiter finden und Aufgaben „outsourcen“ wird immer moderner. Wenn das eigene Onlinebusiness erst mal läuft und man lieber einen Tequila, an der Bar, auf Hawaii genießen möchte, statt sich dauernd Inhalte für seine Webseite überlegen zu müssen, holt sich eben externe Mitarbeiter, die einem das Schreiben abnehmen.

Auf der anderen Seite, finanzieren sich viele ihre Selbstständigkeit durch Aufträge, die sie anderen Unternehmern anbieten. Wenn Beispielsweise das Design und Webseitengestalten zum eigenen Knowhow gehört und Webseitenbesucher diese Dienste gerne in Anspruch nehmen möchten. Dann erreicht man sehr schnell potentielle Kunden, durch eigene Kreationen und fähige Beispiele auf der eigenen Internetseite. So gibt es inzwischen viele digitale Nomaden, die als Freelancer von Projekt zu Projekt hüpfen, ohne ein eigenes festes solides Geschäft zu haben.

 

Autor werden

Das Schreiben von Büchern und Artikel verfassen in Blogs, gehört zu ihrem Arbeitsumfeld. Man muss seinen Schreibstil verbessern. Man muss sich Informationen beschaffen. Man steckt wirklich viel Arbeit rein und man weiß eigentlich nie was später dabei herauskommt. Ein Buch wird beispielsweise über Monate oder ggf. Jahre geschrieben. Kein Platz für Produktplatzierung und keine Werbeverträge, sondern der alleinige Wunsch, Wissen zu Teilen. Hat man nach Monaten das Buch fertig, ist es nicht mal sichergestellt, das jemand das Buch auch tatsächlich kauft.

Immerhin muss man heutzutage nicht mehr zu einem Verlag rennen, sondern kann bei Amazon und anderen Onlineplattformen das Buch digital veröffentlichen. Dazu kommt dann eine ordentliche Rechtschreibüberprüfung und eine dauerhafte Korrektur, da auch die eigenen Ansprüche mit der Zeit wachsen. Dadurch ist das ein riesengroßer Aufwand im Vergleich zu einem YouTube Video, welches in 30 Minuten erstellt wurde und bei genug Abonnenten, nach einigen Stunden bereits 100.000 Zuschauer hat.

 

Wie leben digitale Nomaden?

Man könnte meinen sie haben es geschafft. Sie brauchen nicht jeden Tag aufstehen und mit der Bahn zur Arbeit pendeln. Sie haben keine Verpflichtungen und verfügen über ihre freie Zeit, so wie sie es wünschen. Und bei so manch einem YouTube Star kann man durchaus neidisch werden. Sie machen den ganzen Tag was sie wollen, haben Spaß und verdienen damit ihr Geld. (einen Gruß an alle YouTube Zocker, die damit ihr Geld verdienen, dass sie sich beim spielen von Onlinespielen aufnehmen und das ganze Kommentieren).

Diese Leute und speziell die meiner Generation und die darunter, haben noch nie einen Fuß in eine echte Produktionshalle der Marktwirtschaft gesetzt. Sie vernetzen sich mit dem sozialen Gefüge, quasi nur noch über das Internet und entkoppeln ihren Geist von der Dringlichkeit, ihren physischen Körper mit zur Arbeitsstelle schleifen zu müssen und sich dort mit allem auseinandersetzen zu müssen, was so ein natürliches soziales Gefüge eben mitbringt.

Vielleicht ist das ja die Zukunft. Die Entkopplung des Geistes ins Internet. Jeder steht nur noch auf, um seinen Körper zum Computer zu schleifen. zur Küche, zur Toilette und wieder zum Computer. Dann sind wir eben doch wieder in der Science-Fiction Sparte. Also für mich wäre das nichts. Ich mag es mich physisch auszutoben. Ich finde aber die Möglichkeit so etwas nebenher zu machen und ein gewisses Einkommen zu erzielen ganz interessant.

Für mich ist das auch irgendwie Tages abhängig. Hatte ich beispielsweise ein wunderschönes Wochenende und schleppe mich Montags auf die Arbeit, könnte ich abwürgen und würde Balken dafür brechen, finanziell frei zu sein und nie wieder zu irgendeiner Arbeitsstelle fahren zu müssen. Aber dann ist nach einigen Augenzwinkern schon wieder Donnerstag oder Freitag und man denkt sich, Mensch war doch eine ganz geile Arbeitswoche und ich hab mehr Geld gemacht, als wenn ich gar nichts tun würde. Und dann kann man sich ein Leben ohne Job auch schon wieder nicht so richtig vorstellen. Ich denke es ist ganz gut, wenn man von allem etwas hat. Einen genialen Blog leiten, der 3000 € Im Monat generiert und damit im Keller leben und nie nach draußen gehen ist eben auch nicht das Wahre. Aber man sollte auch mit der Zeit gehen und sich weiterentwickeln. Von allem ein bisschen halt. Genau so sollte man sich eben auch fit halten und seine Finanzen im Griff haben, ohne ein Fanatiker zu werden.

 

 

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Ein Gedanke zu „Digitale Nomaden erobern das Land

  1. ich bins wieder 🙂

    interessanter artikel. ich habe auch schon echt einige produktionshallen von innen gesehen und echt viele scheiß jobs gemacht, aber auch eine kaufmännische ausbildung gemacht, weil mir körperliche arbeit dann doch nicht so gefallen hat. aber das problem war für mich irgendwie immer, dass ich mich irgendwohin schleppen musste und etwas machen was mir nicht gefällt, damit jemand anders mehr geld verdient.

    das kommt sicher auf den menschen drauf an, für den einen ist das kein problem und andere kommen damit nicht klar. hast du aber wirklich deinen traumjob gefunden, dann macht das auch kein problem 5 tage die woche für jemand zu arbeiten in einem büro oder sonst wo.
    aber wenn man den gleichen job auch alleine machen kann von daheim aus oder von überall aus, dann hat das doch vorzüge, findest du nicht? 🙂

    mfg daidi

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