Daytrading, Forex, Devisenhandel – Interview mit einem erfolgreichen Vollzeit Trader

Mit dem Aufkommen des Internets, der Einführung von persönlichen Computern und dem privatem Zugang zur Börse für Jeden, entstand ein neuer Trend und eine neue sehr lukrative Möglichkeit zu arbeiten und sein Geld zu vermehren.

Daytrading ist im Trend. Von zu Hause aus Geld zu verdienen, oder wie in der Traumvorstellung, mit dem Laptop am Strand, ist für viele ein Ziel, auf den sie Tag für Tag zu arbeiten. Doch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, es reicht nicht aus sich irgendeine hübsche App herunter zu laden und auf einen Pfeil nach unten oder nach oben zu drücken.

Daytrading ist ein harter Beruf, in dem nur die härtesten bestehen. Wenn es um die eigene Existenz, das eigene einst verdiente Geld und um die eigene Ehre geht, kann der Kurs die tiefsten Schattenseiten aus seiner eigenen Psyche holen und sie einem vor das Gesicht halten. Daytrading ist ein Beruf, der ausgiebig studiert, gelernt und gemeistert werden muss.

Einen erfolgreichen Daytrader, der über dieses Schattental gelaufen ist und heute scheinbar spielend an der Börse sein Einkommen bestreitet dürfen wir heute hier im Interview begrüßen. Ich durfte bereits eine Menge von ihm lernen und freue mich, dass er bereit war, uns ein Fenster in sein Leben und seine Erfahrung als Daytrader bereitzustellen.

Hallo Frank, bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor.

Hallo, mein Name ist Frank Eschmann, ich bin 39 Jahre alt und aktiver Daytrader.

 

Wie bist du zum Trading gekommen und wie waren die Anfänge?

Zum Börsenhandel bin ich im Jahr 2007 gekommen, als ich den großen Crash der Lehman Brothers miterlebte und eine Webseite in diesem Zusammenhang erstellte. Irgendwie fragte ich mich, wie andere in solchen Crashs Unsummen an Geld verdienen, während die Masse an Banken und Firmen in die Pleite steuert. Heute weiß ich es. Dabei bin ich eigentlich ursprünglich studierter Sprachwissenschaftler, komme also aus einem Fachbereich, der mit der Börse vordergründig gar nichts zu tun hat. Dennoch habe ich im Laufe der Zeit festgestellt, dass der Kursverlauf sehr viele Parallelen mit Sprachwissenschaft hat. Wie eine Sprache unterliegt auch der Kursverlauf eines bestimmten Wertes einer Art Grammatik, also einem mehr oder weniger festen Regelwerk, das sich jedoch permanent leicht ändert. Die Chartformationen (Chartmuster) liefern mir hierbei reproduzierbare Informationen über den möglichen künftigen Kursverlauf, die ich im Laufe der Zeit nutzen und „lesen“ gelernt habe. Dabei habe ich gelernt zu akzeptieren, dass diese „Sprache“ der Kurse einer permanenten Veränderung unterliegt, wie im Übrigen all unsere modernen Sprachen, und ich daher versuchen muss, mich an diese filigranen Veränderungen anzupassen. Absolut starre Trading-Systeme sind aufgrund dieser Börsen-Philosophie nicht mein Fall, obwohl sie mit Sicherheit durchaus profitabel sein können und vor allem Anfängern ein festes Regelwerk an die Hand geben, während bei meiner sehr diskretionären Art zu traden, jede Menge Interpretationsspielraum bleibt und es einen langen Erfahrungsschatz erfordert. Des Weiteren war es schon immer mein Traum, selbstständig und von niemandem abhängig zu sein. In einer Festanstellung für einen bestimmten Chef das Geld heranzuschaffen, ging mir schon immer gegen den Strich. Meiner Meinung nach gibt es kaum einen anderen Beruf, in dem man seine persönliche Freiheit und Unabhängigkeit (von Kunden, Chef oder einer bestimmten Örtlichkeit, wie die großen industriellen Ballungszentren) so stark ausleben kann, wie im Börsenhandel. Ich lebe gerne in der Natur auf dem Land und freue mich jeden Tag, nicht auf dem Weg zur Arbeit im Stau stehen zu müssen. Die persönliche Freiheit und Unabhängigkeit ist mir das wichtigste auf der Welt. Natürlich muss aber auch eine stabile Internetverbindung gegeben sein, was bei meinem Aufenthalt in Südamerika nicht immer der Fall war. Gleichzeitig sind die Verdienstmöglichkeiten im Daytrading natürlich auch um einiges höher als in den meisten „normalen“ Berufen. Der „Verdienst“ hängt hierbei allerdings natürlich von der eigenen Kontogröße ab. Als Anfänger sollte man es sich abschminken, von einem 1000-Euro-Konto leben zu wollen. Hierfür brauchen wir schon mindestens eine fünfstellige Summe. Gleichzeitig muss man auch damit rechnen, nicht jeden Monat das Gleiche zu verdienen. Mit diesem Unsicherheitsfaktor muss man leben können, wenn man sich tatsächlich mit diesem Beruf auseinandersetzt.

 

Auf welchen Märkten bist du am liebsten unterwegs?

Mein Lieblingsmarkt ist der DAX, dessen Kursverlauf ich über die Jahre sehr gut kennengelernt habe. Man muss nur wissen, wann man besser die Finger draußen lässt und wann die besten Zeiten zum Handeln sind. Aber auch die Devisenpaare handel ich gerne, hier allerdings meist eher längerfristig orientiert und oftmals aufgrund saisonal profitabler Statistiken. Aktien betrachte ich eher als Langfrist-Investment, sie sind nicht Gegenstand meiner Daytrading-Strategien.

 

Was sind typische Schwierigkeiten oder Probleme in deinem Bereich?

Die ersten Trading-Konten (Echtgeld) endeten auch bei mir recht schnell – wie wahrscheinlich bei jedem Trading-Anfänger – im Nirvana. Ich ging total naiv an die Sache und war natürlich von den gewaltigen Möglichkeiten des Hebelns beeindruckt. Aus 1000 Euro an einem Tag 2000 machen? Kein Problem! Kann ja jeder, ist wie ein Kinderspiel. Kurz nach den ersten Trades sah ich mich schon als Millionär. Jedoch können ebenso schnell am selben Tag aus 1000 Euro, Null Euro werden. Diese schmerzliche Erfahrung musste ich mehrfach machen, bis ich mich dazu entschloss, mich letztendlich eingehender mit der Materie zu beschäftigen. und damit anfing, jede Menge Bücher zu lesen, Trading-Videos zu schauen und mich auf Seminaren bekannter Trader einfand*, zum Beispiel auf der WOT, der größten Tradermesse Deutschlands. Im Laufe der Zeit hat sich bei mir dann der charttechnisch orientierte Handel durchgesetzt. Der Durchbruch kam letzten Endes jedoch erst mit der Umsetzung eines sehr konsequenten Risiko- und Money Managements, wodurch ich mir selbst auferlegte, nie mehr als 0.5 – 1 Prozent meiner Balance pro Trade zu riskieren. Sämtliche Fachkenntnisse über den Börsenhandel werden einem nicht weiter helfen, wenn man das Risiko- und Money Management vernachlässigt. Die gängigsten Probleme für Anfänger sind folglich in unserer Psyche zu suchen: Gefühle wie Gier, Angst oder Wut können schnell dazu führen, das Risikomanagement zu vernachlässigen und das Konto extrem runterzutraden oder gar auszulöschen. Die Broker machen es einem durch die hohe Hebelwirkung leider nur zu einfach. Diese Gefühle bekommt man nur durch 2 Dinge in den Griff: Reduktion der Positionsgröße, bis man sich bei jedem Trade einfach wohlfühlt und Vertrauen in seine Trading-Strategie(en) hat. Dabei muss man auch mal damit fertig werden, dass mehrere Trades hintereinander schief gehen, ohne ins Overtrading zu verfallen oder sich am Markt „rächen“ zu wollen.

 

Was würdest du jüngeren Menschen raten, die überlegen mit Daytrading zu beginnen?  Was sind die ersten Schritte, wenn man nichts in dem Bereich gelernt hat, aber trotzdem sein Geld mit Trading machen möchte

Die meisten bekannten professionellen Trader kommen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, ein Studium der Betriebswirtschaft oder eine Banklehre bringt einem für die Praxis im täglichen Handel absolut keinen Mehrwert, auch wenn viele Anfänger das zunächst glauben. Wer sich gerne auf den klassischen Aktienhandel spezialisieren möchte, sollte jedoch zumindest lernen, wie man einen Geschäftsbericht und eine Bilanz liest, was man sich jedoch auch außerhalb einer Uni aneignen kann. Wer dennoch zunächst lieber einen soliden Abschluss machen möchte, bevor er sich in das Abenteuer „Daytrading“ stürzt, der sollte sich vielleicht eher in Richtung Psychologie und/oder Volkswirtschaft orientieren, die hier gewonnen Erkenntnisse dürften für den Handel wertvoller sein. Dennoch kann man sich auch als Fachfremder die nötigen Informationen über Intermarket-Korrelationen, Saisonalitäten, Indikatoren, Chartformationen etc. selbst aus Fachbüchern oder in Seminaren aneignen. Auf Messen wie der Invest in Stuttgart, der WOT in Frankfurt oder der Anlegermesse gibt es jedes Jahr zahlreiche sehr gehaltvolle Seminare professioneller Daytrader, teilwese sogar völlig kostenlos. Viele Broker bieten auch jede Woche kostenlose Webinare an, bei denen man als Anfänger viel lernen kann. Einem jüngeren Menschen würde ich raten, zunächst mit einem kostenlosen Demokonto (Spielgeld) zu starten und sich parallel dazu die entsprechende Fachliteratur einzuverleiben, um das Gelernte direkt in die Praxis umzusetzen. Ein gutes Einsteigerwerk ist hier beispielsweise die „Technische Analyse der Finanzmärkte“ von John J. Murphy*, gewissermaßen die „Bibel“ für jeden Trader. Dennoch bin ich durchaus dafür, sich verschiedene Trading-Arten anzusehen, sich zum Beispiel auch mal mit der Markttechnik oder der Analyse von Candle-Sticks zu beschäftigen, um im Laufe der Zeit seinen eigenen und völlig individuellen Trading-Stil zu kreieren. Denn nicht jeder Trader fühlt sich mit jeder Strategie wohl, die einen mögen lieber ein starres System, an das sie sich konsequent halten, die anderen traden lieber etwas freier. Viele Trader und „Coaches“ versuchen beispielsweise auf YouTube oder in Seminaren ihre eigene Art zu handeln als „die einzig wahre Trading-Religion“ zu verkaufen. Dies ist jedoch Unfug, denn im Trading führen viele Wege nach Rom und viele Wege in die Profitabilität. Es muss eben jeder seinen persönlichen Weg finden, mit dem er sich am wohlsten fühlt. Letzten Endes muss man einfach leidenschaftlich dafür brennen, es wirklich lernen zu wollen, alles wissen und erfahren zu wollen, was mit dem Börsenhandel zu tun hat. Mit einer laschen Lari-Fari-Einstellung und „mal eben so nebenher ein paar Euro machen“ wird man garantiert scheitern. Immerhin begibt man sich an der Börse in ein Haifischbecken voll abgebrühter Profis, die alle schon länger im Handel sind als man selbst und die einen in wenigen Minuten das Geld aus der Tasche ziehen, wenn man nicht aufpasst. Wer den ganzen Lernprozess abkürzen möchte, der kann sich natürlich auch an einen Trading-Coach wenden*, der jedoch auch nachweislich profitabel sein sollte. Natürlich sollte man sich auch mit dem Trading-Stil des Profis identifizieren können, daher sollte man sich zuvor ein gutes Bild von ihm machen und nicht einfach zu irgend jemandem gehen. Auch wenn das Coaching Geld kostet – beim Versuch im Alleingang wird man selbst ebenfalls jede Menge Lehrgeld bezahlen. Das Selbststudium dauert meines Erachtens zwar länger (ich brauchte ca. 5 Jahre um profitabel zu werden), dennoch würde ich mich wieder für diesen Weg entscheiden, da ich so weiß, bereits alles ausprobiert zu haben und nicht auf einen einzigen Trading-Coach und dessen Strategie fixiert bin.

Anmerkung: Hier geht es zu einem sehr beliebten und oft genutzten Anfängerkurs für Daytrading.*

 

In der Gesellschaft scheint ja ein festes Bild von Daytrading herumzugeistern, was denkst du woher kommt das und wie gehst du damit um? Was sagst du deiner Familie und deinen Freunden?

Ich denke, Du meinst das Bild vom raffgierigen Zocker, der die Lebensmittelpreise nach oben treibt? Dieses Bild wird natürlich von den Medien und diversen Filmen wie „Wolf of Wallstreet“ entsprechend befeuert. Dabei werden jedoch häufig die Tatsachen verdreht und Kausalzusammenhänge hergestellt, die keiner ernsthaften Prüfung standhalten. Jedoch habe ich persönlich noch keine negativen Erfahrungen mit solchen Vorwürfen im Bekannten- oder Freundeskreis gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich eher mit liberalen Menschen umgebe 🙂 Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass immer mehr Menschen auch in Deutschland das Traden lernen wollen und mich eher um Rat fragen, wie sie hier selbst Fuß fassen können, anstatt diesen Beruf zu verurteilen. Viele haben jedoch zu Recht Respekt vor dem Markt und haben durch die diversen Börsencrashs erfahren oder gehört, wie schnell man auch sein Geld verlieren kann. Von der Möglichkeit Short zu gehen (von fallenden Kursen zu profitieren) haben jedenfalls die wenigsten Menschen in meinem Umfeld Kenntnis.
Skeptikern kann man leicht entgegenhalten, dass unsere gesamte Wirtschaft ohne die Liquidität der Trader gar nicht funktionieren würde, denn wir halten die Kurse stabil und sind auch mal bereit zu kaufen, wenn der Kurs entsprechend gefallen ist. Auf diese Art und Weise wirken Trader eher regulierend und dämpfend auf den Markt und verhindern extreme Preisausschläge. Was bei einem künstlichen Eingriff von Seiten des Staates geschehen kann, sah man zum Beispiel deutlich am 15. Januar 2015, als die Schweizer Notenbank urplötzlich ihren künstlich fixierten Mindestkurs zum Euro aufgab. Letzten Endes kollabierte der Wechselkurs EURCHF völlig und trieb zahlreiche Kommunen, Broker, Trader, Privatinvestoren und Anleger in die Insolvenz, was nie passiert wäre, wenn man den Wechselkurs die ganze Zeit über hätte frei fluktuieren lassen, sodass er durch Angebot und Nachfrage permanent sein faires Level bekommt.

 

Was hältst du von passiven Investmentstrategien, investierst du?

Ja davon halte ich sehr viel. Ich investiere vornehmlich in dividendenstarke Aktien, die ich in turbulenten Zeiten mithilfe von Zertifikaten gegen einen Kursverfall absichere. Dadurch generiert man sich im Laufe der Zeit einen kontinuierlichen Cash Flow und ist nicht zwingend auf die Resultate aus dem kurzfristigen Handel angewiesen. Künftig möchte ich gerne auch noch in Ferienimmobilien investieren.

 

Du hast auch einen interessanten Blog und einen sehr coolen Youtube Channel, was kann der Leser dort erwarten?

Vielen Dank! Auf dem Blog geht es rund um das Thema „Daytrading“. Hier werden nicht nur profitable Handelsstrategien vorgestellt, sondern auch diverse wichtige Neuigkeiten von Brokern oder den Finanzmärkten verarbeitet, die für den täglichen Handel relevant sein können. Ab und zu poste ich meine neuesten Trades auf Twitter und binde diese auf dem Blog ein, damit auch Anfänger anhand meiner Chartformationen sehen können, warum ich hier oder dort eingestiegen bin. Letzten Endes soll die gesamte Webseite ein kompletter Lehrgang für Trading-Anfänger von A – Z sein, mittlerweile ist sie doch recht umfangreich geworden. Auf meinem YouTube-Channel versuche ich möglichst abwechslungsreich theoretische Grundlangen zum Thema Daytrading in Form von Präsentationen zu vermitteln und diese mit Live-Tradings abzurunden. Anhand der Statistiken sehe ich, dass vor allem die Live-Tradings sehr gut bei der Community ankommen und erhalte auch sehr positive Resonanz per E-Mail. Prinzipiell richtet sich der Channel zum einen an Anfänger, die gerne die ersten Schritte im Börsenhandel machen möchten, wie auch an Fortgeschrittene, die bereits länger im Markt aktiv sind, es jedoch noch nicht zum profitablen Trader geschafft haben. Meist liegt es hier einfach nur noch am fehlenden Risk- und Money-Management oder an einer falschen Erwartungshaltung gegenüber dem Markt. Hier versuche ich ein reales Bild von Gewinnen und Verlusten im Verhältnis zur jeweiligen Kontogröße zu vermitteln.

Webseite: http://devisen-handeln.org/forex-news/
YouTube: http://www.youtube.com/user/ForexMr
Twitter: https://twitter.com/silbertrader

Vielen Dank für das Interview.

 

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