Daytrading lernen als absoluter Anfänger

Im letzten Monat war es etwas ruhig hier auf der Seite aus einigen privaten Gründen, aber eben auch weil ich eine neue Leidenschaft für mich entdeckt habe: Daytrading.

Nach einer Woche Urlaub wurde mir langweilig und so entschied ich mich mal näher mit der Thematik zu befassen. Aus diesem Näherbefassen wurden zwei sehr intensive Wochen: Mein Tag bestand aus 14 Stunden Charts analysieren, lernen, Videos schauen, lesen, Demokonten zocken, probieren und studieren.

 

Daytrading, das ist doch dieses Zocken mit Aktien, oder?!

So denken viele und ich dachte früher ebenso. Nichts ist stärker als eine unberechtigte, vorgefertigte Meinung. Man muss sich eben einfach mal damit beschäftigen und den Dingen Zeit lassen. Dann erkennt man ihren wahren Wert. Daytrading ist in keinster Weise zocken. Natürlich kann man wild hin und her kaufen ohne sich Gedanken zu machen, aber das plättet das Konto sowieso schneller als man „Gewinn“ sagen kann.

  • Daytrading ist ein Spiel um die Geduld.
  • Daytrading ist eine Meisterschaft der eigenen Zurückhaltung und dem Agieren aus einem taktisch guten Vorteil.
  • Daytrading ist pure angewandte Psychologie. (Das merkt man vor allem, wenn das eigene Live Konto mal nach unten geht)
  • Daytrading ist Geld managen.
  • Daytrading ist scharfes analysieren der Märkte und zuschlagen im richtigen Moment.
  • Daytrading ist ständige Persönlichkeitsentwicklung-
  • Daytrading ist eine Meisterschaft.

Wie ein Krieger viele Jahre braucht, um die Schwertkunst zu erlernen, braucht ein Daytrader viele Jahre, um richtiges Handeln zu lernen und ein Gefühl für den Markt zu entwickeln. Das erfordert ein langes und intensives Studium. Man muss dabei auf vieles achten. Der Markt ist nämlich eine riesige moderne Schlacht, in der täglich viele Milliarden bewegt werden. Es gibt keinen Anfänger Markt. Wenn man sich mit einem Echtzeitkonto und seinem eigenem Geld in die Schlacht macht, dann muss man gegen Spieler antreten, die Erfahrungen von 20 oder 30 Jahren an der Börse haben und Millionen und Milliarden bewegen.

 

Meine Erfahrungen:

Ich habe nun 3 Wochen mit einem Demokonto geübt und mir die nötigen Werkzeuge angeeignet. Eigentlich müsste man viel länger mit einem Demokonto üben, aber ich sehe das nicht so. Denn mit einem Demokonto kommt man nicht ansatzweise an den Verlustschmerz des echten Geldkontos heran. Darum habe ich bereits letzte Woche mit einem Echtgeldkonto gestartet. Ich starte mit 300 Euro und möchte meinen Fortschritt hier im Blog festhalten. Das Ganze ist für mich ein großes Experiment und ich freue mich schon sehr darauf.

 

Meine erste Woche als Daytrader:

Da ich diese Woche in der Spätschicht arbeiten musste, hatte ich natürlich schön Zeit morgens bei Börseneröffnung zu starten. Auch wenn das bei meinen Konto fast egal ist, da ich nicht den DAX handle, sondern die Währungspaare. Diese können zwar 24 h lang gehandelt werden, aber zur Hauptaktionszeit der Börse ist es einfach am besten. Der Surfer geht ja auch erst bei geeigneten Wellen und Wind raus und nicht wenn das Meer still und langweilig ist.

Ich handle die kleinste Mikrolot-Einheit von 0.01.

Mit einem Heben von 1:100

Das bedeutet ich kann das hundertfache meines Eingesetzten Kapitals im Markt bewegen.

Da dies meine erste Woche mit einem Echtgeldkonto war, waren die ersten 3 Tage natürlich sehr emotional. Die Verluste treffen einen deutlicher als mit einem Demokonto, doch das ist gut! Man muss sich ja quasi abhärten.

Es muss einem auch klar sein, dass Geld an sich sowieso nichts reales ist. Das einzige reale war, die aufgebrachte Energie und Zeit die ich für diesen Betrag mit meinen Händen erarbeiten musste, aber das ist sowieso in der Vergangenheit. Diese 300 € sind jetzt mein Trainingsgeld und natürlich möchte ich mein Konto gerne hocharbeiten, aber muss auch natürlich gerade in der Anfangszeit mit Verlusten rechnen. Die meisten guten Daytrader haben ihre ersten Konten in den Sand gesetzt und damit muss man einfach rechnen.

Ein Studium kostet auch mehrere Tausend Euro und warum soll es da einen der besten Beruf der Welt umsonst geben?

Mein großes Ziel die nächsten Wochen wird es sein mein Konto erst mal nicht gegen die Wand fahren zu lassen, sondern damit zu überleben auf dem gigantischen Markt, wo Milliarden und mehr bewegt werden. Ich habe jeden Tag Trades gemacht. Manchmal sinnvoll, manchmal hätte ich sie mir auch sparen können. Aber hinterher ist man immer schlauer.

Von meinen eingesetzten 300 € habe ich noch 294,85 € und bin damit mit 1,71 % im Minus. Das ist noch total in Ordnung und im Bereich des guten Money Managments.

Natürlich sieht man hier nur die nackten Zahlen und das scheint nicht sehr verlockend zu sein, aber in einem selbst spielen sich dabei so viele Prozesse ab, das kann man gar nicht in Worte fassen. Man durchläuft die Emotionsskala wie ein voll Tollwut besessener Bieber und das von Trade zu Trade. Mir macht es bislang großen Spaß und ich werde weitermachen.

Nächste Woche arbeite ich in der Frühschicht und kann entspannt den ganzen Nachmittag traden, darauf freue ich mich sehr.

Es ist schon ziemlich angenehm, man kann dabei die Musik aufdrehen und los legen. Natürlich muss die Konzentration dabei sein, aber wenn gerade kein Trade läuft und der Markt nichts hergibt, kann man sich ein bisschen um den Haushalt kümmern, um sich anschließend an den PC zu hocken und noch ein bisschen mehr aus seinem Gehalt herauszuschlagen, im besten Fall.

 

Hier kannst du Daytrading professionell lernen und vertiefen:

Ja, ich will Daytrading lernen (Video)

 


 

(Dieser Artikel enthält Werbelinks)

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12 Gedanken zu „Daytrading lernen als absoluter Anfänger

  1. Hey ich bins wieder,

    ich glaub ich bin jetzt schon sowas was man einen „treuen“ Leser nennen könnte 🙂

    Ich hab mich auchmal bisschen mit dem Theme beschäftigt, aber eher mit dem Wie wo was, hab mir da keine „Strategien“ angeschaut. Hab früher viel OnlinePoker gespielt, was ja auch sehr analytisch ist und darum auch das Interesse am Traden.

    Sag mal ist das wirklich nur so dass man praktsich anhand von Daten aus der Vergangenheit, an dennen ein Graph dies und das gemacht hat, es diese und jene Korrektur gibt und man dann Anhand davon sagen kann, das könnte jetzt passieren?

    Weil das ist im Moment so das Bild dass ich im Kopf habe wenn ich an traden denke und für mich wirkt das noch bisschen wie Raten. Kommt morgen Sonne oder nicht? So in etwa. Aber es gibt ja viele Leute die sehr sehr erfolgreich sind. Wie dieser Birger Schäfermeier? Also muss ja doch mehr dahinter sein 🙂

    Viel Erfolg aufjedenfall!

    1. Hallo Daidi, freue mich immer wieder über deine Kommentare.

      Ich weiß was du meinst. Es scheint erst mal keine klaren Regeln zu haben, aber genau diese gibt es, wenn man sich intensiver damit beschäftigt. Es geht nicht darum voraus zu sagen was der Kurs macht. Das kann keiner. Es geht darum angemessen auf den Kurs zu reagieren. Jetzt gibt es aber einige gängige Strategien und sogenannte Setups. Sprich wenn der Markt gerade das und das macht, dann könnte das und das weiter damit passieren. Und auf diesen Strategien bauen auch die ganzen Trader, die ihre Millionen und Milliarden im Markt bewegen. Wenn der Kurs dann bescheispielweise an eine bestimmte Marke kommt, dann kann man sich ungefähr vorstellen, wie die vielen Tausend Trader und „automatischen Systeme“ die ja nach den gleichen bekannten Strategien traden reagieren werden. Und genau das gilt es zu erkennen. Sprich: Nicht was wird der Markt in Zukunft machen, sondern wie werden die Menschen auf diese Situation im Markt reagieren. Das macht das ganze dann viel greifbarer, da man nicht gegen eine undurchsichtige Marktwirtschaft tradet, sondern man schaut wo die nächste Welle ihren Ursprung her holen wird, wo die ganzen Trader (verschiedene Zeitdimensionen) einsteigen werden und wo man dann dementsprechend mit rein springen kann. Dann kann man zusätzlich noch an dem „rumgehüpfe des Marktes“ erkennen wie viele andere Trader, gerade, wie intensiv in den Markt investieren. Dadurch sieht man auch die Tendenzen ob die „Big Player“ jetzt den Markt nach oben oder unten „pushen“ wollen. Es ist sehr viel beobachten und sich „reinfühlen“. Die Lösung ist nämlich, die Verluste die man bei diesem Spiel sowieso machen wird gering zu halten und schnell rauszugehen mit kleinem Verlust, die Gewinne dagegen möglichst lange zu halten und auszuschöpfen (Auch der Birger Schäfermeier hat „nur“ eine Gewinnquote von 51%, aber wenn die Gewinne 3 mal so lange gehalten werden, wie die Verluste ist alles gut. Deswegen sind so viele Trader erst mit den Jahren so erfolgreich. Es braucht einfach Erfahrung und ein geschultes Auge. Aber ich habe ja noch Zeit *g*. LG

  2. Es ist gewagt bei 300 € , aber wie sagt man so schön „Probieren geht über Studieren“. Ich bin gespannt auf dein Ergebnis. Viel Glück dir dabei!

    1. Hallo Waluschka,

      Das ist eigentlich noch ziemlich wenig, viele fangen mit sehr viel mehr an. Aber man muss auch nicht übertreiben. LG

  3. Hi Alex,
    da bin ich mal gespannt, wie es weitergeht 🙂 Besonders gefällt mir, wenn jemand hingeht und Schritt für Schritt seinen Weg dokumentiert. Ich hab selbst noch keine Erfahrungen in dem Bereich, auch wenn mich das Thema schon interessiert. Bin derzeit noch voll mit dem Aufbau meines neuen Reiseblogs http://www.kreditkarte-usa.com beschäftigt.
    Wie du wahrscheinlich auch weißt, dauert alles seine Zeit und man kann nicht auf zehn Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Das wird mir immer wieder schmerzlich bewusst, wenn ich es mal wieder probiert habe und dann doch scheitere 🙂
    Deine Bücherliste find ich übrigens sehr interessant, davon hab ich auch einige im Hinterkopf.
    Lg, Christoph

    1. Ja da bin ich auch gespannt. Ich kann nur eins bislang dazu sagen: Es ist eine Herausforderung. Mein Konto war eben bei 280 und jetzt wieder auf 285. Es ist ein riesen Unterschied zwischen Demo und Live. Jetzt bin ich wieder dabei mich in meinem Stil einzufinden und die Emotionen dämpfen etwas ab. Echt nicht leicht dabei so entspannt zu bleiben.

      1. Ja, das empfinde ich genauso. Ist ne ziemliche Kunst, hart zu arbeiten und trotzdem Leichtigkeit zu bewahren. Aber immens wichtig. In dem Sinne mach ich nun auch mal Feierabend und wünsch dir solange auch erst mal weiter viel Erfolg und eine schöne Zeit!
        Christoph

  4. Umfassender Artikel. Ich kenne seinen Blog schon lange, schön zu sehen wie er über andere Dinge wie passives Investment spricht. Sein Blog war einer der ersten den ich gefunden habe als ich mit Daytrading begonnen habe und ich schaue immer noch regelmäßig drauf. Ich habe viel von Frank gelernt und bin sehr dankbar darüber das er einen Blog hat.
    Auch noch lange nachdem ich meine Ausbildung bei [Werbung entfernt] absolviert habe, konnte ich neue Strategien von Frank lernen. Die 3er Widerstandsstrategie benutze ich immer noch sehr häufig.

    Alles liebe, Kurt

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