Geld – Gier oder Pragmatismus

 

Was ist unsere Motivation?

Warum gehen wir arbeiten?

Warum setzen wir auf einen höheren Bildungsgrad, für einen besseren Job?

Warum wird Geld haben mit höherer Zufriedenheit gleichgesetzt?

Ist Geld die Quelle unser Gier, oder doch die Lösung unserer Probleme?

 

Sicher hat da jeder seine eigene Sichtweise. Fakt ist wir brauchen das Geld zum leben. Miete bezahlen, Einkaufen, Konsum, Luxusgüter und Verwöhnungsmaßnahmen. Doch ist alles außerhalb diesem täglichen Bedarf bereits Gier? Hat nicht jedes Lebewesen, eine schöne Zeit, die kurze die es auf der Erde hat, verdient? Die Lösung scheint das Geld zu bieten. Je mehr man hat, desto größer ist die Chance sein Leben zufriedenstellend einzurichten.

 

 

Geld ist eine Ressource

Geld ist heute die zentrale Ressource, die wir aktiv beeinflussen können. Willst du gut leben, brauchst du Geld. Im Gegensatz zur Ressource Zeit, die mit Sicherheit die wichtigste ist, können wir an unserem Geldfluss aktiv Veränderungen vornehmen. Wenn ich spare, habe ich nach Fixkosten- und Luxusabzügen einen gewissen Betrag, den ich sinnvoll in meine Zukunft investieren kann. Dadurch habe ich zwar jetzt scheinbar weniger, aber ein Pragmatiker wie ich, verzichtet gerne auf ein bisschen im jetzt, um später mehr zu haben.

Wir leben in einer gemütlichen Zeit, zum Supermarkt braucht es nur 5 Minuten und man ist für die ganze Woche eingedeckt. Ist man von der Arbeitswoche erledigt, gönnt man sich eine thailändische Massage oder besucht die Therme. Beziehungen spielen dabei fast keine Rolle mehr, hast du Geld, kannst du es haben. Man muss sich nicht mit den Supermarkt-beschäftigten gut stellen, um seine Ware zu erhalten.

Es heißt „Geld macht nicht glücklich.“

Das ist so unwahr, dass es schon wieder traurig ist.

Erzähl das den Menschen in der dritten Welt. Denen, die auf den Straßen auf dem Boden schlafen müssen, und sich prostituieren müssen, weil dort nicht so eine zahlreiche Möglichkeit zum arbeiten gegeben ist wie in Deutschland.

Ich habe teilweise ohne Geld gelebt und verdiene jetzt ein bisschen mehr.

Selbst bei diesem kleinen Unterschied spürte ich eine deutliche Zufriedenheit, zu wissen, dass ich im nächsten Monat Wohnung und Essen immer noch behalten darf. (Es gab Zeiten da stand diese Frage im Raum)

 

 

Geld ist Macht

Wenn ich alte Künstlerkollegen von mir treffe, sind sie teilweise geschockt, dass ich mich dem System gebeugt habe, einer geregelten Arbeit nachgehe und mich zur kapitalistischen Gattung Mensch zählen lasse. Abgesehen von ihrem so „urteilsfreiem“ Schubladendenken, kann ich sie aber gut verstehen. Damals war ich genau so ahnungslos und kapitalistische Menschen hatten in meinen Augen den Sinn des Lebens nicht verstanden. Ich dachte wir sind hier um in freier Natura zu leben und glücklich zu sein. Eine Katze braucht kein Fön für ihr Fell, damit sie zufrieden ist. Kapitalismus war für mich die Zerstörung der Welt. Auf Geld zu verzichten und meine Leidenschaften zu leben, war meine Art der Demonstration gegen den Untergang der Welt.

Und wenn sie mich fragen:  „was machst du?“ Sage ich: „ich arbeite, für Geld. Und was macht ihr?“. Dann sagen sie: „Wir wollen die Welt verbessern.“ Und dann frage ich: „Wie wollt ihr das tun?“. Da endet dann meistens diese Diskussion. Denn einfach vor sich hin leben und auf eine bessere Welt hoffen wird sie nicht besser machen.

Durch Geld habe ich aber einen reellen Einfluss. Ich kann mein Geld verwenden für wohltätige Zwecke oder in meinem eigenem lokalen und sozialem Kreis. Ich kann das Geld an die Börse bringen und in grüne Firmen investieren, die es sich zum Ziel gemacht haben, umweltschonende Autos zu produzieren. Dabei kann ich sogar noch Gewinne erzielen. Ich kann was gutes für die Welt tun und dabei mein Geld vermehren. Das ist praktisch.

 

Pragmatismus schlägt Gier

Ist Gier eine ekelhafte Eigenschaft? Wenn du 5 Tage hungern müsstest und anschließend würde man dir ein Buffet mit den besten Gerichten dieser Welt vor die Nase halten, würdest du schlingen, mit Händen und Füßen. Pragmatismus sagt: „Gut ist, was funktioniert“. Natürlich ist das System nicht perfekt, aber an ein System zu glauben in dem es möglich ist 8 Milliarden Menschen auf die gleiche Art und Weise zufrieden zu stellen, ist reine Utopie.

Letztendlich geht es uns in Deutschland gut. Sehr gut sogar. Das Land unterstützt Menschen, die nicht fähig sind für sich zu sorgen. Das Land unterstützt sogar Menschen, die einfach nur zu faul sind und sich ihr leben lang durchfüttern lassen. Ich möchte keinen kritisieren, ich denke jeder Mensch weiß wo er steht und was er leistet. Aber man darf ein System, welches Menschen nicht einfach links liegen lässt, außer diese entscheiden sich bewusst oder unbewusst dafür, ruhig ein bisschen wertschätzen. In anderen Ländern ist es längst nicht so. Dort herrschen animalische Gesetze und du kannst leicht verloren gehen.

Solange das System funktioniert, kann man es auch nutzen. Und wenn du hohe moralische Ansprüche erhebst, kann du das System nutzen und deinen Teil dazu beitragen es zu verbessern. Du kannst das Geld natürlich auch nutzen, um dir schicke Statussymbole zu kaufen. Ich sehe da keinen praktischen Nutzen drin. Ich kenne meinen Wert. Der ist nicht von Geld abhängig. Aber mein Leben ist vom Geld abhängig, genau so wie von Wasser und Luft.

 

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2 Gedanken zu „Geld – Gier oder Pragmatismus

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