Studieren mit 30

Das gute alte Studium. Die scheinbar beste Form unserer Gesellschaft, um dem Leben eine gesunde Basis zu geben und sich mühelos in der materiellen Welt fortbewegen zu können. Doch nicht immer läuft das Leben nach Plan. Nicht jeder wollte zu seiner Schulzeit hoch hinaus und manche Erkenntnisse kommen einem doch erst später im Leben.

Manche haben es auch bereits mit einem Studium probiert und es kam etwas dazwischen. Manchen hat das erste Studienfach einfach nicht gefallen, oder sie haben sich darin nicht gesehen – genauso ging es mir.

In meinem 6. Semester erkannte ich, dass ich das Studium nicht zu Ende bringen werde. Auch die Semester davor dünnte meine Aufmerksamkeit und Motivation weiter aus. Ich schmiss mein Architekturstudium hin, weil ich einfach nicht mehr genug Potential in der Berufsperspektive gesehen habe. Ich sah mich nicht im Beruf des Architekten und hatte keine Lust halbherzig Fenster und Türen für die nächsten 20 Jahre zu zeichnen, falls ich denn die ganze Einstiegs- und Praktikaphasen überstanden hätte.

Ich brach ab und machte mich Selbstständig mit meinem Hobby: Breakdance, Film und Veranstaltungen. Da auch dies irgendwann nicht mehr meiner Passion entsprach und es keine gesunde Basis bot, mir etwas langfristig aufzubauen, beendete ich auch dies und nahm einen einfachen Job an.

immer wieder, vor allem am Anfang des Jobs, kamen mir immer wieder die Gedanken, ob ich nicht doch noch mal zur Uni soll.

Soll ich es noch einmal wagen?

 

Studieren mit 30?

Dieser Frage wird häufig im Internet gestellt. Und natürlich, der Mensch strebt immer nach dem Besten, was er zu erreichen im Stande ist, mit der geringsten Mühe, die notwendig ist. Das ist fast ein Gesetz.

Studieren ist eine schöne Sache. Man ist in einer eigenen kleinen Welt und das Träumen an eine bessere Zukunft scheint auf dem eigenen Weg zu liegen. Doch ist das Studium das Non-Plus-Ultra?

Meiner Meinung nach überhaupt nicht! Und ich kann dir auch genau sagen warum.

Studieren ist eine gute Möglichkeit um sich eine Basis zu schaffen. Wenn man diese Pläne bereits in der Schule hegt und die Eltern einen dabei unterstützt haben, ist man prädestiniert für die Uni und dann ist das auch gut so und man soll es auf jeden Fall durchziehen. Aber wenn man sie bereits willentlich ohne große Einflusse von Außen abgebrochen hat, dann hat das mit Sicherheit seine Gründe. Die Motivation war nicht stark genug. Bei mir in der Uni waren alleinstehende Mütter mit 2 Kindern, die „geackert haben, wie verrückte“. Da war Feuer in den Augen, während der langweiligsten Vorlesungen. Das ist Motivation. Ich habe es damals nicht verstanden, woher sie ihre Motivation nehmen und warum mir das Studium egal war.

Ich war auf einer anderen Wellenlänge.

Ich konnte mich nie im Leben mit irgendeinem vorgefertigten Beruf da draußen identifizieren. Ich hatte mich nicht festlegen können. Wenn mir etwas gefällt, dann mach ich es zu 200%, aber bis auf Kunst und Sport war alles langweilig in der Schule und in der Uni. Wenn es „Reich werden“ oder „Unternehmer sein“ in der Uni, oder in der Schule gäbe, wäre ich der erste in diesen Fächern. Aber diese Fächer gab es nicht. Deswegen „studiere“ ich sie heute, privat.

Wenn du eventuell vor dieser Entscheidung stehst, nochmal studieren zu gehen. Will ich dich fragen, ob du vielleicht vor dieser Entscheidung stehst, weil es eventuell etwas besseres für dich gibt? Wenn du noch nicht mit 20 an der Uni sein wolltest, dann vielleicht weil es nicht für dich bestimmt ist.

 

Die Nachteile, die Uni noch einmal mit 30 zu besuchen:

  • Es werden dir 5 Jahre deines Lebens genommen, um dich in ein Beruf zu pressen, der auch wieder seine eigenen Vor- und Nachteile hat.
  • Das sind 5 Jahre, in denen du effektiv kein Geld verdienst, welches du bereits nutzen könntest, um dir dein persönliches Vermögen aufzubauen.
  • Du bist so sehr mit dem Unterrichtsstoff beschäftigt, dass du deine wahre Zeitqualität total vergisst. ( Die meisten Studenten sind 20 +, Wenn du dich also wie 20 fühlen willst, dann ist es gut. Aber die meisten in deinem Alter sind bereits fest im Leben und in der Familienplanung o.ä.)
  • Du drückst dich vor dem Erwachsen sein, in dem du noch einmal in eine junge Welt eintauchst
  • Du lernst 5 Jahre für irgendeinen besser bezahlten „Job“. In 5 Jahren haben manche Unternehmer bereits drei Unternehmen aufgebaut.
  • Selbst wenn du die 5 Jahre in einem Mindestlohnsektorjobbereich verbringst, jeden Monat 100 oder 200 € sauber anlegst, bist du schlauer und erfolgreicher als ein frischer Student im Alter von 35 oder 36. Denn Berufserfahrung hat man in dem Fall eher weniger vorzuweisen, als der Kollege, der sich um die gleiche Stelle bewirbt, die Uni aber 10 Jahre vor dir abgeschlossen hat.
  • Durch ein Studium wird man nicht reich. Man erhält einen besser bezahlten Job. Aber ohne finanzielle Intelligenz werden sich die Ausgaben schnell an die Einnahmen anpassen und schon steht man vor dem gleichen Problem wie der Hartz IV Kollege – in einem schönerem Auto, einer größeren Wohnung und schickeren Klamotten, aber man ist verschuldet und hat kein Geld.
  • Du vergibst dein allerwichtigstes Gut, die Zeit. Erst einmal 5 Jahre an die Uni und an die Bücher. Dann anschließend an die harte Bewerbungsphase (Jedes Jahr mehr Studenten) und anschließend an ein Unternehmen, in dem du wiederum deine Zeit gegen Geld tauscht.
  • In dieser Zeit hättest du schon ein System aufbauen können, mit dem du Geld generierst. Ein System, in dem du dich auf jede weitere Stunde deines Lebens freust, weil du Geld, nicht für deine Arbeit in einem Unternehmen und für deinen Fleiß bekommst, sondern passives Einkommen für deinen Fleiß in der Vergangenheit.
  • Optimalerweise sollte man bis 40 oder 50 ordentlich Gas geben, um dann überhaupt nichts mehr tun zu müssen, wenn man das nicht möchte. Das wird schwierig mit einem späteren Studium. Man wird mindestens bis zum 70. Lebensjahr arbeiten müssen (Rente verschiebt sich immer weiter).

 

Die Zeiten haben sich geändert

Bis vor ca. 30 Jahren war es nicht so einfach an ein Wissen, wie solches, zu kommen. Unternehmer wurden die Menschen, die im Kindesalter davon geprägt wurden. Kinder übernahmen die Unternehmen ihrer Eltern usw. Damals war es natürlich das Beste, studieren zu gehen, um sich ein gutes Leben zu erarbeiten. Aber wir leben heute in der modernen Informationsgesellschaft. Jeder hat heute Zugang zu allem Wissen dieser Welt.

 

Die erfolgreichen und reichen Menschen dieser Welt haben nie unter dem System gelebt, sie haben es immer mitgestaltet. Das System hat auf jeden Fall Verbesserungen nötig, keine Frage. Aber man hilft sich selbst auch nicht damit, den Kopf in den Sand zu stecken. Deswegen müssen wir uns selbstständig weiterbilden und jeweils das Beste aus unserer Situation machen. Wer meint für ihn sei es das Beste, nochmal zur Uni zu gehen, viel Erfolg. Vielleicht möchte er mit 30 noch mal Anwalt werden oder Architekt, vielleicht wird er sogar noch sehr gut darin. Uns sind keine Grenzen gesetzt. Ich bin total dafür. Ich sage aber auch, dass das heutzutage nicht mehr notwendig ist, um das Leben zu leben, das man sich wünscht.

 

„Gewinne sind besser als Lohn.“ – Jim Rohn

 

Bilde dich weiter:

Ja, ich will auch selbstständig im Internet werden (Video)

 

(Dieser Artikel enthält Werbelinks)

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