Was braucht eine gute Führungskraft? 2 verschiedene Führungsstile

„Du bist dumm!“

„Du kannst ja gar nichts.“

„Ist das das dein Ernst?!“

„Ich mach das lieber selbst.“

Eine schlechte Führungskraft sagt einem diese Worte nicht offen ins Gesicht, aber unterschwellig. Noch nicht einmal subtil, sondern völlig frei als Ventil der eigenen Wut. Kommen dir solche Sätze von Führungskräften bekannt vor? Oder bist du eine Führungskraft, der in Gedanken solche Arten von Sätzen an die Mitarbeiter verschießt? Dann könnte es sein, dass du eine schlechte Führungskraft bist, oder unter eine scheußlichen Führungskraft arbeitest.

 

Jeder Mensch ist eine Führungskraft

Jeder Mensch ist zu einer gegebenen Zeit eine Führungskraft. Ob im Büro, an der Arbeit, im Hobbyverein oder in der eigenen Familie. Männer sind biologisch für die Führung gebaut. Das Adrenalin, dass durch den Körper schießt, ist dafür ausgelegt in brenzligen Situationen schnell entscheiden zu können und notfalls schnell selbst Hand anzulegen. Da ist kein Platz für „Hier, ach komm, mach du das doch in Ruhe. Das Büro steht zwar gleich in Flammen, aber ich lasse dir den Vortritt, um dir deine wichtige Erfahrung nicht abhanden kommen zu lassen.“ Manchmal muss es eben kurz, streng und direkt sein.

Auch ein Kind, das man erzieht, sollte man mit klaren Linien erziehen. Aber man nimmt ihm nicht jede Erfahrung ab, weil man es besser könnte.

Und weil jeder Mensch in einem anderen Gebiet eine Führungskraft ist, sollte man sich auf seine Position nicht so sehr versteifen. Man muss sein Leben zwar unter Kontrolle haben und seine Realität im Griff halten, aber man sollte dabei nicht zum Diktator werden.

Wenn man lernt Aufgaben und Verantwortung auch abzugeben, lebt man viel gelassener und hat Luft zum Atmen. Eine alles erstickende Führungskraft, kann einem nicht nur auf die Nerven gehen und psychisch runterziehen, sondern auch die Entwicklung behindern. Eine gute Führungskraft setzt sich aus vielen Komponenten zusammen. Neben der rein technischen Aufgabe im Unternehmen, spielt auch die soziale Interaktion eine wichtige Rolle.

 

Führungsstile

 

2 verschiedene Führungsstile

Ich war in meinem Leben bereits in einigen Institutionen. Nach dem Fachabitur ging es für zwei Jahre zum Bund, danach für drei Jahre zur Uni und anschließend machte ich mich im künstlerischen Bereich selbstständig. Dazwischen gab es immer wieder Nebenjobs und Fulltimejobs in der Gastronomie (4 verschiedene Stellen), Gebäudereinigung, Mercedes Benz Werk und aktuell arbeite ich seit zwei Jahren in einer Druckerei.

In allen Einrichtungen mit einer gewissen Hierarchie, haben sich stets zwei verschiedene Führungsstile herauskristallisiert. Diese beiden Führungsstile sind wie zwei extreme Pole. Der Süd und der Nordpol der Führungskraft. Jede Führungspersönlichkeit ist mehr zum einen oder zum anderen Pol geneigt. Lustigerweise war es stets so, dass sich Menschen von ersten Pol mit den Menschen vom anderen Pol nicht leiden konnten oder sogar hassten.

Den Unterschied oder die Ursache für die unterschiedliche Art, Menschen zu führen, liegt in ihrer Fähigkeit, mit Menschen umzugehen, also der Fähigkeit Beziehungen aufzubauen.

 

1. Führungsstil: Der wütende Boss

Der wütende Boss ist eine interessante Erscheinung. Meistens tritt er in Form eines großen Bären-ähnlichen Menschen in Erscheinung. Von weiter Entfernung wirkt er eigentlich nett und kompetent, aber nährt man sich ihm zu nah, zeigt er seine langen Klauen.

Der wütende Boss ist ein Einzelkämpfer. Keiner kann ihm das Wasser reichen und er ist der absolute Führer, zumindest in seiner Realität. Die Leute um ihn herum kommen ihm extrem dumm vor, da sie nicht genau so denken und agieren wie er selber. Die einzigen Leute die ihn mögen sind ebenfalls aus der Kategorie „wütender Boss“. Sie tun sich zusammen und nörgeln und amüsieren sich zusammen über die Dummheit ihrer Untertanen.

Der wütende Boss kann sehr gut in seinem Fach sein. Das ist er meistens auch. Denn die Arbeit stellt für ihn eine Kompensation dar. Er hat nicht die Fähigkeit Beziehungen zu seinen Mitmenschen aufzubauen. Stattdessen grenzt er sich ab, in dem er alle um sich herum abstuft und sich durch seine „Treue“ zur guten Arbeit hervorhebt.

  • Er pendelt zwischen den niedrigen Emotionen wie Wut, Hass, Enttäuschung, Unzufriedenheit, Missgunst.
  • Er spürt dauernd, dass ihm irgendetwas fehlt. Deswegen wird er noch wütender und ackert noch härter und isolierter. Ihm soll bloß keiner in die Quere kommen.

Man hat das Gefühl man könnte diesem Menschen unendlich viel Liebe geben, aber sie wird hineingesaugt, wie in einem schwarzen Loch. Der wütende Boss leidet unter ständigem Erfolgsdruck und Raserei. Und obwohl er schneller rennt als die meisten anderen, kommt er irgendwie trotzdem niemals an. Schlimmer noch: Sein Lebensstil und die Isolation zerfrisst ihn innerlich, selbst wenn er unter vielen Menschen ist. Er redet sich sogar selbst ein, er braucht keine anderen Menschen und versucht wenn möglich alle Menschen zu meiden. Das Alleine sein ist seine einzige Rettung um Energie aufzuladen und all den dummen Menschen seiner Umgebung zu entkommen.

Man könnte es auch als introvertiert mit teilweise cholerischen Ausbrüchen beschreiben.

Eigentlich meint dieser Mensch es gut. Er will für das Überleben der Firma sorgen. Er will, dass sich die Menschen in seiner Umgebung mehr anstrengen. Er arbeitet verbissen und auch gut, aber er vergisst dabei eine Kleinigkeit: Das Leben.

 

Das Leben

Das Leben ist nicht nur der Job und der Lob dafür. Der wütende Boss würde gerne Lob von allen hören, aber er bekommt, je mehr er ihn möchte, oft weniger. Uns Männern fällt es schwer zu akzeptieren, dass es nicht nur auf die Leistung ankommt, sondern auch auf die Räume zwischen den Leistungen. Auf die Liebe, auf die Zwischenmenschlichkeit. Auf das Zusammen und Beieinander sein.

Ich war selbst mein ganzes Leben ein Mensch der Kategorie wütender Boss. Ich dachte immer, ich müsse nur genug Leistung bringen und jeder würde mich demnach lieben. Aber so läuft das nicht. Andere Menschen haben nichts davon, wenn ich mit tollen Leistungen daherkomme. Vielleicht die eigenen Kinder, weil sie sich von dem Geld, welches ich mehr erwirtschafte, neue Klamotten und Spielzeuge bekommen, aber Mitarbeiter und Freunde haben nichts von meiner egoistischen Leistungs-Workaholic-Lasst-mich-in-Ruhe Einstellung.

Wenn ich an der Arbeit war, hat es meine Energie heruntergezogen mit anderen Menschen zusammen zu sein. Ich konnte es kaum abwarten, wieder alleine zu sein, um „mich in Ruhe aufzuladen“. Ich war ein innerlich isolierter wütender Boss meines eigenen Lebens.

 

Sich weiterentwickeln – Der Mensch, das soziale Wesen

Warum sollte man sich überhaupt mit anderen Verbinden? Warum nicht einfach der wütende isolierte Boss bleiben?

Da ich mein ganzes Leben eher der „wütende Boss“ war und nun einiges dazu gelernt habe, kenne ich die Vorteile einer Weiterentwicklung im sozialen Bereich sehr gut…

Kurz gesagt….

Man bekommt einfach viel mehr Energie.

Sich mit anderen Menschen zu verbinden, zu vernetzen, sie zu akzeptieren und sich für sie zu öffnen hat den größten Vorteil, den es überhaupt geben kann. Man gibt und erhält Lebensenergie. Die gleiche Lebensenergie, die dafür sorgt, dass man nicht von den Bakterien im Körper zerfressen wird, ist die Energie, die dafür sorgt, dass wir miteinander kommunizieren können. Es ist Liebe.

Sich mit Menschen zu verbinden, heilt uns. Es macht uns stark. Das macht uns erst wirklich unabhängig. Es ist ein bisschen Paradox. Je mehr man auf die Menschen zu geht, desto stärker wird man als einzelnes Individuum.

Ein Mensch der verbunden ist mit seinen Mitmenschen, statt sich einzukapseln, ist quasi unverwundbar. Denn er gibt sowieso jeder Zeit alles von sich Preis. Er versteckt keine Schwächen und kompensiert sie durch verbissene Arbeit.

 

2. Führungsstil: Der Kumpel-Leader

Der Kumpel-Leader arbeitet wie ein Freund mit dir. Er kennt deine Schwächen und Stärken noch bevor du sie kennst. Da er sich zu jeder Zeit und in jedem Moment mit jedem Menschen in seiner Umgebung verbindet, lernt er sie sehr schnell mit ihren positiven und negativen Eigenschaften kennen. Dadurch weiß er sehr schnell und fast impulsartig, was er dir zutrauen kann.

Im Gegensatz zum wütenden Boss, sagt dir der Kumpel-Leader auch ins Gesicht, dass du scheiße bist in einer bestimmten Tätigkeit, aber er macht das mit Geschick und seidiger Führung, so dass du nicht beleidigt bist, sondern eine Vorlage zur eigenen Verbesserung findest.

Der Kumpel-Leader findet deine Vorlieben und Talente heraus, noch bevor du sie selbst kennst und fördert dich in diesen dementsprechend. Jeder Mensch ist gerne in der Nähe dieser Leute, da sie einfach eine charismatische Wirkung haben und nicht mehr von den Menschen in ihrer Umgebung verlangen, als sie selbst bereit sind zu geben.

Wenn die Leute mit denen er arbeitet faul sind und mehr leisten könnten, sagt er es ihnen einfach, statt sich hinter ihrem Rücken zu ärgern. Meistens ändern sich die Leute sogar gerne zu einem besseren Menschen in seiner Umgebung und sind ihm sogar dankbar für die Korrektur.

Der Kumpel-Leader macht seine Arbeit gut und meistens sogar noch besser als der wütende Boss, aber hat dabei meistens noch einen Witz und ein Läckeln für seine Kollegen übrig und ist im dauernden Energieaustausch mit allen. Dadurch fällt die Arbeit weder ihm noch den Mitarbeitern so schwer, wie unter dem wütenden Boss.

Er ist eine gute Gesellschaft, ohne dabei den Entertainer spielen zu müssen.

 

2 Führungsstile – 1 Kleiner Unterschied

Es ist als würden die beiden Charakter von verschiedenen Dimensionen kommen und so ist es auch ein bisschen. Während der wütende Boss, hauptsächlich auf der unteren Palette der Emotionsskala agiert, ist der Kumpel-Leader hauptsächlich oben angesiedelt. Auch wenn der Kumpel-Leader sich mal kurz aufregt und wütend wird, dreht er sich nach 2 Sekunden schon wieder mit einem Lächeln zu seinen Mitarbeitern und macht einen Scherz über die Situation, und die Stimmung wird sofort wieder aufgehellt. Seine Energie ist hell und grell. Die des wütenden Bosses ist eher dunkel und matt.

emotionsskala

Bild: Aus dem Buch Das All-Sehende Auge*

 

Lustigerweise können sich die beiden unterschiedlichen Führungspersönlichkeiten, wenn sie denn im gleichen Gebäude arbeiten, kaum leiden und gehen sich lieber aus dem Weg.

 

Wie kann man eine gute Führungskraft werden?

Wenn du noch in deiner Entwicklung bist und noch nicht in einem ausgereiften Stadium gelandet bist, gibt es gute Chancen für dich, dich zu einer positiven Führungskraft zu entwickeln. Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Polen ist nämlich, die Fähigkeit Beziehungen aufzubauen. Mir hilft dabei das simple Mantra:

 

„Beziehung aufbauen“

 

Wenn ich mit Menschen zusammen bin, hilft es mir mich mit ihnen auf eine neue Art und Weise zu verbinden. Es steuert mich automatisch in die Richtung zu anderen Menschen, statt von ihnen weg. Wenn ich unterwegs bin oder an der Arbeit, wiederhole ich auf einer gewissen, ich nenne sie „überbewusste Mantra-Gedankenebene“, immer: „Beziehungen aufbauen, Beziehungen aufbauen, Beziehungen aufbauen“ Das läuft fast automatisch und kontinuierlich. Die Realität beginnt sich irgendwann von alleine nach diesen Gedanken zu formen.

Es geht dabei nicht darum, nur mit Menschen auf der gleichen Ebene in eine Verbindung zu treten, sondern mit allen Menschen in der Umgebung. Manchmal geht es auch darum Platz zu machen, damit andere eine Beziehung aufbauen können. Das schöne daran ist, wenn man Beziehungen aktiv aufbaut ist, dass man dabei rückwirkend die wichtigste Beziehung in seinem Leben aufbaut. Die Beziehung zu einem selbst.

Plötzlich sind die Leute viel lieber in deiner Nähe und suchen diese. Dir fällt es einfacher, dich mit anderen zu unterhalten und die Zeit ist einfach angenehmer. Du bist deutlich energiegeladener, weil du sie ständig mit anderen Menschen austauscht. Wir sind eigentlich dazu gebaut ständig und überall Beziehungen aufzubauen. Aber nicht jeder schafft es sich dahingehend in ein gesundes Maß zu entwickeln.

Natürlich muss man dafür im Einklang mit seinem Leben sein. Man muss sein Leben dafür akzeptieren können und sich bereits seine eigene Realität erschaffen haben. Man muss die Zeitdiebe aus seinem Leben entfernt haben, sprich negative Menschen und Einflüsse.

Um dein Leben, nach deinen eigenen Wünschen zu ordnen, musst du deine Gewohnheiten beherrschen. Ich habe dafür ein ganzes Buch geschrieben*, was dir helfen könnte.

Schenke anderen eine gute Zeit mit dir und werde der Kumpel-Leader.

 

Einige Programme, die dir helfen könnten, dein Leben selbstbestimmter zu leben:

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