Wie Stephen King mein Leben veränderte. Mehr als 10.000 Wörter an einem Tag.

Ich habe in der letzten Woche mehr Zeit gehabt und deshalb habe mir das Buch Das Leben und das Schreiben von Stephen King näher angeschaut. Ich habe das 300 Seiten dicke Buch an drei Tagen durchgelesen und seit dem bin ich so inspiriert, meinen Weg zu gehen, wie niemals zuvor.

 

Anmerkung:

Wer sich selbst nur durch seine Worte zum Schreiben inspirieren lassen möchte, sollte hier jetzt nicht weiter lesen, sondern das Buch selbst lesen. Ich schreibe zwar nicht ganz genau aus dem Buch ab, aber ich möchte die wichtigsten Sachen nennen, die mir noch im Gedächtnis geblieben sind.

 

Stephen Kings Leben

Stephen King ist mit seinem älteren Bruder bei seiner Mutter aufgewachsen. Bereits im Kindesalter begann er damit Geschichten abzuschreiben und seiner Mutter zu zeigen. Seine Mutter ermutigte ihn sich eigene Geschichten auszudenken, statt sie einfach abzuschreiben. King begann sich eigene Geschichten auszudenken und wurde dabei immer besser.

Sein Bruder, ebenfalls ein helles Köpfchen, publizierte in der Garage so etwas wie ein Wochenblatt (Zeitung). King schrieb die Texte dafür.

Später schrieb King Storys für die Schüler in seinem Jahrgang, in denen er die eigenen Lehrer veräppelte. Er verkaufte diese Storys, oder Zeitungen und verdiente so das erste Geld mit dem Schreiben. Die Lehrer fanden das aber gar nicht witzig und so saß er öfters beim Rektor der Schule.

Stephen war immer ein Fan der Horrorsparte. Mit einem Freund schaute er sich jeden neuen Horrorfilm an, der in die Autokinos kam.

Eigentlich war das Schreiben alles was King machen wollte. Seine Mutter hielt es aber für eine gute Idee ihn auf das Collage zu schicken. Er studierte Englisch. Und lernte währenddessen seine Frau Tabitha kennen.

Nach dem er seinen Abschluss gemacht hatte, fand er eine Anstellung als Englischlehrer. Da er aber gerade mal 8000 Dollar jährlich verdiente, musste er zusätzlich in einer Wäscherei arbeiten. In jeder freien Minute schrieb er an seinen Kurzgeschichten, die er an bekannte Magazine, wie den Playboy sendete. Er hatte zwar ab und zu Einnahmen durch Kurzgeschichten, aber die reichten noch nicht aus, um die Familie ernähren zu können. Er hatte immer noch kein einziges Buch verkauft und wohnte mit seiner Familie in einem Wohnwagen.

Sein erster Erfolg wurde das Buch „Carrie“. Eigentlich gefiel ihm das Manuscript nicht und er schmiss es weg. Seine Frau fand es, las es und ermutigte ihn, daran weiter zu schreiben. Später verkaufte er die Rechte für „Carrie“ für 400.000 $. Er und sein neuer Agent teilten sich diese Summe, wie im Vertrag festgelegt. Kings erster echter Erfolg. Er kündigte seinen Lehrerjob und widmete sich nur noch dem Schreiben von Romanen.

Später geriet er unter eine starke Alkohol- und Drogensucht. Die Romane, die er in dieser Zeit schrieb wurden zwar Bestseller, aber teilweise erinnert er sich nicht einmal an den Prozess des Schreibens dieser Werke. Seine Frau brachte ihn dazu wieder clean zu werden.

 

Was mich daran inspiriert

Der Rest seines Erfolgs ist Geschichte. Er ist der erfolgreichste Autor unserer Zeit. Natürlich hatte er früh angefangen. Das Wichtigste aber ist, er hat nie aufgehört.

Und jeder Mensch, der in irgendeinem „Ding“ sehr viel Erfolg hat, hat ihn, weil er…

A) darin Talent hatte

B) niemals aufgab

 

 

Der Fictionbereich ist ein viel besserer Markt für Autoren

Ich hatte in meinem Job das Vergnügen mit einer Frau zusammenzuarbeiten, die auf den ersten Blick als uninteressant erschien. Heute bin ich sehr dankbar für diese Begegnung. Ich war noch neu in dem Job. Und ich dachte, sie war halt irgendeine typische Fachkraft in der Druckerei. Sie sprach in einem langsamen und gleichmäßigen Ton. Sie sah eher aus wie eine Lehrerin für Geschichtsunterricht, als eine Fabrikarbeiterin. Sie hatte meine Aufmerksamkeit ab dem Moment, als sie sagte, dass ihre große Leidenschaft Romane und Bücher im Allgemeinen sind. Sie hat laut eigener Angabe weit über 1000 Bücher gelesen. Ich glaube ihr.

 

„Ein Mensch, der sein ganzes Leben lang Bücher las, hat 1000 Leben gelebt. Ein Mensch der niemals las, nur eins.“ 

 

Ich weiß nicht mehr von wem dieses Zitat ist, aber es ist ein starkes. Und es ist wahr. Auch ich liebe Bücher, aber ich interessierte mich eigentlich immer nur für Sachbücher. Ich wollte immer Wissen haben, welches mich in irgendeiner Art und Weise bevorteilt. Ich hatte einiges an meinem Charakter und in meinem körperlichen Erscheinungsbild zu kompensieren. Das Lesen von Romanen sah ich immer als Zeitverschwendung an. Die meisten guten Romane wurden sowieso verfilmt und so interessierte mich das Thema der Romane nicht weiter.

 

Eine weitere Begegnung

Vor einigen Wochen habe ich in einem amerikanischen Forum einen Mann entdeckt, der seinen persönlichen Weg zum Reichtum gefunden hat. Er war 42 Jahre alt und begann seine ersten Bücher zu schreiben. Er hatte vorher nie wirklich gerne gelesen oder geschrieben. Er hatte jedoch in seinem Leben vieles ausprobiert, um seinen persönlichen Weg zu finden. An dieser Stelle teilte ich viel Empathie. Mit 42 Jahren begann er also leidenschaftslos Romane zu schreiben und sie zu verkaufen. Wenn das erste Buch fertig war, schrieb er sofort am zweiten weiter. Sein neues Geschäftsmodell, was es wirklich war, hatte einen langsamen Start und gewann immer mehr an Kraft. Jedes neue Buch, das er veröffentlichte, machte auch Werbung für die anderen Bücher. Innerhalb eines Jahres hatte er bereits bis zu 5000 $ im Monat vor Steuern erreicht. Er schrieb gnadenlos, jeden Tag, wie ein Uhrwerk. Dabei pickte er sich einfach immer die Bestseller der beliebtesten Branche und schrieb seine eigene Version des Buches. Er kopierte das Schema und tausche Ort, Protagonisten und Handlungen minimal aus. So brachte er sich das Schreiben selbst bei und das mit 42 Jahren(!)

Viele Leser wurden Fans seiner Bücher. Die Fangemeinde wartete sogar bereits auf seine angekündigten Neuerscheinungen. Wenn sie erschienen, wurden sie am Erscheinungsdatum gestürmt.

Er schrieb alles unter einem Pseudonym.

2 Jahre nach dem er anfing zu schreiben, verdiente er bereits 15.000 $ im Monat durch Amazon Kindle. Das ganze ist bereits 4 Jahre her. Heute geht es ihm sicher sehr gut. Er schreibt immer noch, meldet sich aber nicht mehr so häufig in dem Forum.

 

Das bessere Publikum

Es macht ja auch sehr viel Sinn. Leser von Sachbüchern lesen, weil sie

A) Vorteile gegenüber anderen haben wollen und

B) weil sie etwas explizit wissen wollen. Dazu gehören sehr viel Details und Wissen.

Gute Autoren von Sachbücher müssen also bereits Experten in ihrem Fach sein. Keiner kauft Sachbücher von Leuten, die grün hinter den Ohren sind. Das ist bei Romanen anders.

Die Menschen lesen Romane – und das sind überwiegend Frauen – um in eine neue Welt einzutauchen und um ihrer Welt entfliehen zu können. Sie wollen in diesen Büchern etwas erleben. Sie wollen sich mit den Charakteren der Geschichten identifizieren und Abenteuer erleben. Es geht nicht darum, den Lesern eine sehr genaue Anleitung für ein bestimmtes Fach wie z.B. das Investieren in ETF’s zu geben, sondern darum, ihnen eine schöne Zeit zu bescheren. Man muss sie für ein paar Stunden in eine andere Realität mitnehmen. Dafür zahlen die Menschen Geld und es macht sie glücklich.

 

„Es ist keine Raketenwissenschaft.“ Stephen King über das Schreiben

 

Die typische Leserin, wie die Mitarbeiterin in meinem Job, hat ihren Alltagsjob, die Kinder sind vielleicht schon erwachsen und ausgezogen und die Frau kennt die Welt nach so vielen Jahren im Leben schon ziemlich gut. Nachrichten wiederholen sich. Es gibt für sie nicht mehr wirklich etwas zu erreichen. Alles was bleibt, ist, sich eine schöne Zeit bis zur Rente und tragischerweise bis zum Tod zu machen. Das soll nicht fies klingen, nur realistisch. So geht es uns allen früher oder später. Selbst der größte Investor und Unternehmer macht irgendwann nur noch einen täglichen Alltagsjob, den er bis zum Ruhestand oder bis zum Tod ausübt. Es auszublenden ist nicht der richtige Weg. Der Tod sollte der größte Motivator für einen Menschen sein.

Zurück zum Thema :

Die typische Leserin

  • hat ihren Job.
  • hat einen Mann und Kinder.
  • Sie hat Freizeit
  • Sie kennt vieles von der Welt und hat viel gesehen und erlebt.

Jetzt gibt es 2 Typen Leser*innen. Der eine Typ schaut den ganzen Tag Fernsehen und ist nicht glücklich. Und es gibt den Typ Mensch, der liest stattdessen Bücher und ist glücklich. Das ist eine Tatsache. Fernsehen macht nicht glücklich. Ein Film, selbst wenn er sehr gut war, befriedigt einen meistens für 1 – 2 Tage.

Ein gutes Buch bleibt ein Leben lang in einem. Die Gefühle die man in einem Buch erlebt, erlebt man im Geiste nach. Das Gehirn kann nicht zwischen Vorstellungen und Erlebten unterscheiden. Deswegen fühlt es sich so an, als wären wir die Helden in den Geschichten und wir hätten das alles erlebt. Und das macht jeden Menschen sehr glücklich.

Die typische Leserin findet ihre Lieblingsautoren. Und wenn sie einen Autor gefunden hat, dann kauft sie alle seine Bücher.

 

Genug geredet. Auf zur Tat.

Deswegen habe ich mich kurz vor dem Wochenende an eine neue Aufgabe gewagt. Ich fing an einen Roman zu schreiben. In meinem Stil, mit meinen Mitteln.

Am Freitag hatte ich die ersten 4000 Wörter. Was schon gut ist. Am gesamten Samstag hatte ich weitere 4000 Wörter. Dann kam das Deutschland gegen Italien Spiel. Am Sonntag schrieb ich in verdammten 12 Stunden(!), mehr als 10.000 Wörter.

Jeder der selbst schreibt, wird wissen, wie schwierig es ist auf 10.000 Wörter am Tag zu kommen. Alles in einer vernünftigen Storyline mit einem roten Faden. Damit hatte ich nach dem Wochenende bereits 18.000 Wörter für mein ersten Roman. Es ist damit mein 3. Buch. Eigentlich bin ich noch an einem weiteren Sachbuch dran, welches kurz davor ist, in die Korrekturphase zu kommen. Mein erstes Buch* ist bereits erschienen.

Stephen Kings Mindestanzahl für einen Tag liegt bei 2000 Wörtern. Ich will nur schnell produzieren und Ergebnisse sehen. Ich bin immer noch ein blutiger Anfänger und das wird sich mit Sicherheit in den ersten Werken widerspiegeln.

Fiction läuft ein bisschen anders. Manchmal schreibt man schneller, als die Ideen in Erscheinung treten. Manchmal schreibt man sich bis an den Rand der eigenen Vorstellung und dann muss man ein bisschen Abstand nehmen, damit neue Ideen in das Bewusstsein dringen. Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Ich werde mich auf jeden Fall darin probieren und wie immer schauen, wie es läuft.

Interessant fand ich, dass der Typ aus dem Forum es wirklich so einfach schilderte:

Ich habe einen neuen Job und er wird besser bezahlt, als jeder den ich bisher hatte. Er ist gemütlich, denn ich arbeite von zuhause aus. Ich habe keine Leidenschaft daran Bücher zu schreiben, ich habe noch nicht einmal ein besonderes Talent. Ich mache einfach nur was funktioniert. Die Leute denken ihre Lieblingsautoren sind so gut im schreiben, weil sie eine brennende Leidenschaft für das Schreiben haben. Aber ich kenne inzwischen viele der erfolgreichsten Autoren persönlich. Die wenigsten machen es, um ihre Leidenschaft ausleben zu können. Für die meisten ist es einfach nur der beste Job der Welt. Sicher Leidenschaft ist dabei, aber es ist eben nicht der Grund zum Schreiben. Würden sie nichts verdienen, würden sie genau so in einer Fabrik arbeiten.

Das sind seine ungefähren Worte. Pures Gold.

 

Stephen King selbst liest einen Haufen Romane. Morgens bis Nachmittags schreibt er und abends liest er. Er liest, weil er es liebt und weil er so viel daraus lernt. Das meiste lernt er beim Lesen von schlechten Romanen. Man lernt viel über verschiedene Stile und man lernt unterschiedliche Arten, Geschichten zu erzählen. Das macht Sinn. Ich werde ab jetzt auch anfangen mehr Romane zu lesen. Der erste ist bereits auf meinem Kindle. Es ist ein Krimi. Die ersten Seiten fand ich nach den ganzen Do’s und Don’ts von Stephen King ziemlich schlecht. Er legt die Messlatte auch ziemlich hoch.

 

 

 

Willst du selbst lernen, wie man gute Bücher schreibt, die sich auch verkaufen?

 

Ja, ich will unbedingt eigene Bücher schreiben

 

 

(Dieser Artikel enthält Werbelinks)

Related Post

2 Gedanken zu „Wie Stephen King mein Leben veränderte. Mehr als 10.000 Wörter an einem Tag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.